Es schien, als würde der Valentinstag für die Familie des Fotografen Michael Fischbach nur ein weiterer entspannter Tag auf dem Wasser werden. Sie fuhren zum Meer von Cortez, in der Hoffnung, Blauwale zu sehen. Doch stattdessen entdeckten sie etwas, das alle den Zweck der Reise vergessen ließ.

Nicht weit vom Boot entfernt lag eine riesige dunkle Gestalt regungslos auf der Wasseroberfläche.

Zuerst dachte Michael, es sei ein toter Wal. Doch nach ein paar Sekunden war aus dem Wasser ein leises, unterbrochenes Atemgeräusch zu hören.

Vor ihnen befand sich ein junges, etwa neun Meter langes Buckelwalweibchen. Sie konnte sich praktisch nicht bewegen. Als sich die Menschen näherten, wurde klar, warum: Das Tier war völlig in einem riesigen Fischernetz verfangen.

Das Gerät klemmte die Brustflossen fest ein und das schwere Netz zog den Schwanz nach unten, etwa fünf Meter unter der Oberfläche. Jeder neue Atemzug wurde dem Wal mit großer Mühe gegeben. Wenn nichts unternommen worden wäre, hätte er ersticken können.

Michael kontaktierte sofort die Retter. Es dauerte jedoch etwa eine Stunde, bis professionelle Hilfe eintraf.

Das war zu lang für das erschöpfte Tier.

Das Team verfügte nicht über spezielle Ausrüstung, um die Wale zu befreien. Sie hatten nur ein kleines Klappmesser mit einer Klinge von etwa sieben Zentimetern und ihre eigenen Hände.

Trotz der Gefahr beschlossen die Menschen, zu helfen.

Vorsichtig näherten sie sich dem Tier und begannen, schwere Seile aus dem Wasser zu ziehen. Michael schnitt mit einem Messer Teile des Netzes ab und achtete dabei darauf, den Wal nicht zu verletzen.

Nachdem eine der Flossen losgelassen wurde, geschah das Unerwartete.

Das verängstigte Tier stürmte plötzlich vorwärts. Ein Teil des Netzes war noch am Boot befestigt und der Wal schleppte das kleine Schiff buchstäblich mit sich.

Das Boot jagte dem riesigen Tier durch das Wasser hinterher.

Es erinnerte an das berühmte Meeresphänomen, bei dem ein Walfangboot schließlich von einem Wal gezogen wird.

Ein paar Minuten kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Aber nach etwa einer halben Meile begann der Wal langsamer zu werden.

Als nächstes geschah das Erstaunlichste.

Er stieg wieder an die Oberfläche und befand sich neben dem Boot, als wollte er den Menschen die Möglichkeit geben, die Rettung fortzusetzen.

Die Arme der Retter schmerzten bereits, schwere Seile schnitten in ihre Haut. Aber es gab noch ein letztes Stück Ausrüstung, das das Tier festhielt.

Sie machten sich wieder an die Arbeit.

Michael erreichte das Hauptseil, das in der Nähe des Hecks verlief. Ein falscher Schritt könnte zu einer Tragödie führen, deshalb mussten wir so vorsichtig wie möglich handeln.

Mehrere Bewegungen mit dem Messer – und das dicke Seil gab schließlich nach.

Keith war frei.

Alle erwarteten, dass das Tier sofort im Meer verschwinden würde. Doch etwas völlig Unerwartetes geschah.

Der befreite Wal blieb neben dem Boot.

Im Laufe der nächsten Stunde sprang er mehrmals aus dem Wasser, schlug mit seinen Flossen auf die Oberfläche und stieß mächtige Luftfontänen aus. Es schien, als drückte er seine Freude auf unglaubliche Weise aus.

Die Retter nannten sie zu Ehren des Valentinstags Valentina, was ihr Leben für immer veränderte.

Nach einem letzten beeindruckenden Sprung drehte der Wal um und machte sich auf den Weg ins offene Meer.